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Glanz und Elend der Kurtisanen

Ah, Paris – die Stadt der Liebe… will heißen, die Stadt der käuflichen Liebe, der Kurtisanen.

 

Heute, 17:30 bei arte!

Oder hier in der Mediathek: Glanz und Elend der Kurtisanen im Spiegel der Malerei 

Olympia, Edouard Manet

Die Gestalt der Hure, der Kurtisane, des High Class Escorts, der Sexarbeiterin – gestern und heute. Hat sich wirklich etwas geändert?

Arte wagt sich an das Thema Prostitution. Wenn schon so anerkannte Künstler wie Manet, Degas, van Gogh und Picasso fasziniert waren vom Thema des Frauenkörpers, den jeder haben kann, aber der niemandem gehört – warum dann nicht ein großes Feature von fast 60 Minuten, mit vielen schönen Bildern? Ein Edel-Soft-Porno für den Sonntagstee neobürgerlicher Bourgeois-Bohémiens, das arte-Publikum:

„Ob Manets Olympia, Picassos Demoiselles d’Avignon oder auch die Bordellszenen von Degas, van Gogh und Toulouse-Lautrec – in der frühen modernen Malerei wird die Figur der Prostituierten zum zentralen Motiv. Warum malten die Künstler mit Vorliebe den zur käuflichen Liebe bereiten weiblichen Körper? Vielleicht weil die Prostitution im sittenstrengen Zweiten Kaiserreich so rasant zunahm? Oder aus dem Streben nach Realismus und sozialer Wahrheit heraus? Oder etwas doppelbödiger, weil die ambivalente Nacktheit – so frei und doch erzwungen – die Grenzen der Malerei herausforderten?“
– Hört, hört. Es geht also um Kunst, die hehre Kunst. Hoffen wir, dass arte nicht unfreiwillig diese Bilder in Gefahr bringt, weil es die Sittenwächter der #MeToo-Front auf diese skandalösen Schinken aufmerksam macht, die immer noch offen in den Museen dieser Welt herum hängen.
In ihren Bildern thematisierten diese damals radikalen jungen Künstler, wie der weibliche Körper im aufstrebenden Kapitalismus vermarktet wurde. Zu diesen Zeiten bedeutete Prostitution meist, dass andere Leute Geld mit den Körpern abhängiger Frauen verdienten. Ausnahmen waren nur die großen Kurtisanen, wie die Paiva, oder die Valtesse. Vorläuferinnen der modernen High Class Escorts wie uns bei Hetaera!
Was Paris für das 19. und 20. Jahrhundert bedeutete – eine weltoffene Metropole mit lebendiger Kunstszene und einzigartigem Nachtleben, wo sich Künstler und Könige, Reiche, Schöne und Verruchte trafen – all das ist verloren, zerstört durch die kleingeistige Politik mehrer französischer Regierungen seit Charles de Gaulle. Der Sehnsuchtsort erotischer Ausschweifungen ist heute Berlin, die Hauptstadt der Escorts.
 

Glanz und Elend der Kurtisanen

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