Meine Lieblingskunden bleiben mir treu. Einer, den ich besonders mag, ist sogar einverstanden, in einem meiner Texte vorzukommen – anonym, selbstverständlich. Darum nenne ich ihn NN. Das sind keine Initialen: NN hat mir nie seinen Nachnamen gesagt, auch nicht, was für einen Beruf er hat, damit ich ihn nicht google. Aber ich bin sicher, es ist irgendetwas Künstlerisches. Irgendwann wird mir sein Gesicht aus einem Magazin entgegenblicken, und ich werde es diskret übergehen.

NN ist hoch gebildet, melancholisch-witzig, und auf verschwenderische Weise gut aussehend – schlank, groß und leicht feminin, ein Mädchenschwarm. Warum gibt jemand wie NN Geld für Sex mit mir aus? NN wählt mich, weil ich seinem Beuteschema entspreche, dem Kindchen-Schema. Und nur halb so groß bin wie er. Und gut darin bin, für ihn das Kind zu spielen. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass ich nur ein Surrogat bin.

Als ich neulich wieder bei ihm lag und er an meinem Nacken flüsterte, in was für einem Text ich ihn denn vorkommen lassen wollte, sagte ich: in einer Buchkritik! Er – ein Fragenzeichen, ich –sagte, dass eben das, was uns verband, unsere Age Play-Spiele, meine Lolita-Rolle, mich darauf gebracht hatte. Ich wollte eine Eloge auf Lolita schreiben, aus quasi-kindfraulicher Sicht.

 

 

Lolita – der Roman

 

2018 jährt sich die Erscheinung der amerikanischen Erstausgabe zum 60. Mal – die Veröffentlichung bei G. P. Putnam’s Sons bedeutete den Durchbruch für das von Vladimir Nabokov bereits 1953 fertig gestellte, in Frankreich und England unterdrückte Werk. Lolita erreichte binnen Wochen Platz 1 auf US-Bestsellerlisten, und behauptete ihn monatelang. Innerhalb von drei Wochen wurden mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Der Roman beruht wohlmöglich auf einer wahren Geschichte, die kriminologisch allerdings kein Einzelfall gewesen sein dürfte. Genaueres hierzu wurde dieser Zeitung schon besprochen.

Die Veröffentlichung von Lolita fiel auf einen entscheidenden Moment der Rechtsgeschichte: in den USA war der Maßstab für Pornografie in der Kunst da nicht mehr die Meinung des „gewöhnlichen Mannes von der Straße“, sondern nur noch die von Leuten mit fachlicher Kompetenz. Ein Kunstwerkt konnte von Richtern nicht mehr nach bloßem Ermessen verboten werden, sondern nur mit guten Gründen unter Einbeziehung von Expertisen.

Ich mag die Sprache, dieser süchtig-machenden Tonfall, der die Waage hält zwischen zynischer Lakonie und süffigem Kitsch. Und ich eignete mir viele von den Allüren an, die der Autor seiner Hauptfigur andichtete.

Überraschung: NN mag das Buch überhaupt nicht. Auf meine Bestürzung reagiert er mit einem seltsamen Lächeln. Dann, zögernd: Nabokov wisse nicht, was das ist: eine Lolita. Als er sieht, dass ich jetzt wirklich sprachlos bin, erklärt er: Der grenzenlos dumme Humbert-Nabokov glaubt, eine Lolita sei auch nur eine gebrauchsfertige Fickmatratze wie du.

 

 

Lolita – die Realität

 

Nun ja – ein sachliches Problem war mir auch aufgefallen: ist das überhaupt möglich eine 12-14 Jährige zu penetrieren, ohne dass sie gesundheitlich stark davon beeinträchtig wäre? Mehrmals am Tag? Ich selbst bin eine Frau, die man nicht fisten kann, und weiß, wie unerfreulich sich ein zu großer Penis anfühlt. Aber ich bin da wohl eine Ausnahme. Manche meiner Kolleginnen hatten schon in der siebten Klasse Affären, mit älteren Jungs. Ich nie. Ich hatte panische Angst vor Sex, bis ich an die Uni kam und mich in alle diese schlaksigen Philosophie-Studenten verliebte, die Marx zitierten und ein bisschen rochen… Aber solange der Sex nicht physisch ausgeschlossen ist – was ich bereit bin, im Falle von Lolita hinzunehmen – hatte ich keinen Zweifel an Nabokovs Sachlichkeit. Bis NN kam, der Experte.

Nach NNs Meinung geht die „Nymphettenliebe“ von Humbert am Wesen ihres fetischisierten Objekts vorbei. Lolita, der unsterbliche Dämon, verkleidet als weibliches Kind ist für ihn nichts anderes als eine erwachsene Verführerin in einem sehr juvenilen Körper. Das, was ihn an Lolita reizt, ist rein äußerlich: das schmale Becken, die schlanken Beine, die er gegen die Särge aus grobem Frauenfleisch von College-Studentinnen stellt.

These von NN: Humbert sei eigentlich gar kein Liebhaber von Nymphetten. Er sei vielmehr ein Nymphetten-Verächter, weil ihm das Wesen der Nymphette fremd ist.

Und was ist das Wesen einer Nymphette, einer Lolita? NN will sich nicht definitorisch vergreifen an etwas, was gerade dadurch gekennzeichnet ist, dass es sich nicht definieren lässt: weil es ständig im Wandel begriffen ist, ein Übergangsstadium. Auch wenn Nabokov sich einbilde, mit seinem Bild einer Lolita einen solchen Schmetterling aufgespießt zu haben. Eine Nymphette: ein kleines oder vorpubertäres Mädchen, das sich Männern gegenüber wie eine Frau gibt, das man aber darum noch lange nicht wie eine Frau behandeln dürfe – weil man es dadurch, dass man es wie eine gebrauchsfertige Frau gebraucht, zerstört. Die Absicht der Nymphette, zu gefallen, sei diffus, sie wisse nicht so genau, was dabei bei einem Mann körperlich ausgelöst wird. Sie will es herausfinden, aber im nächsten Moment will sie es auch wieder nicht mehr herausfinden, sondern interessiert sich für etwas ganz anderes. Nymphetten verfolgen nicht systematisch ein bestimmtes Ziel. Sie spielen. Sie spielen mit den Erwachsenen, und erwarten, dass auch die Erwachsenen nur spielen.

Die Sexualität von Kindern und Erwachsenen sind zwei gegensätzliche Sphären, von denen die eine reich, originell, narzisstisch ist; die andere von Komplexen geplagt, schamvoll, durch und durch epigonal.

 

Das pädophile Genie

 

Es gibt den Typus des pädophilen Genies, und NN entspricht diesem Typus. Es macht NN sicher nervös, als ich ihn Genie nenne, er hasst den Begriff. Dabei finde ich es richtig: Genie bedeutet „Schutzgeist“. Ein Genie beschützt, davor, Fehler zu machen. Das pädophile Genie macht eben nicht den Fehler, Befriedigung zu verlangen. Es gibt solche Menschen, die wie NN scharenweise Kinder in sich verliebt machen, die ihm dann nachlaufen, ihn in seiner Wohnung heimsuchen, wie NN manchmal erzählt. Nymphette und pädophiles Genie ziehen sich gegenseitig an. Dabei spielt eine Rolle, dass das pädophile Genie eben kein richtiger Mann sein darf, mit männlichem Verlangen und dieser typischen temporären Erektionsdemenz. Sondern selbstbeherrscht und effeminiert, ein ungefährliches Versuchsobjekt für die Wirkung der weiblichen Reize. Und zugleich hat er ein Geheimnis, das neugierig macht. Er ist nicht wie die langweiligen, unaufmerksamen Eltern der Mädchen. NN sagt, dass die Mütter selbst ihre Töchter zu ihm bringen, damit er ihnen Nachhilfe gibt oder sie einen Nachmittag beschäftigt – er ist doch so ein harmloser, kultivierter Mann. Ich selbst habe beobachtet, wie pubertierende Mädchen, die mit ihren Eltern im selben Restaurant saßen wie wir, ihm flirtende Blicke zuwarfen. Eines Morgens, nach einer Nacht mit ihm im Soho-House, war ich Zeuge, wie im Fahrstuhl ein Vorschulkind, zum Schock seiner Hipster-Eltern, das Röckchen hob und NN anstrahlte.

NN ist ein Leidender. Aber er ist auch ein pädophiles Genie. Eines, das sich eben nicht an Kindern vergreift. Ein pädophiles Genie muss wissen, wie man mit solchen kleinen Wesen, die unendlich kapriziös sind, umgeht. Er muss auch wissen, wie er sie nach sich verrückt macht, nämlich, indem er nur ihren sprunghaften, launischen Neigungen folgt, und niemals, absolut niemals, seinen eigenen. Die Nymphette darf nie damit konfrontiert werden. Nur ihr Wille gilt. Das pädophile Genie ist ein Sklave, ein Tanzbär, das Spielzeug eines überdrehten Prinzesschens.

Greift ein Grobian, weil es ihm an Genie mangelt, zur Gewalt, dann ist die Nymphette zerstört. Dann ist sie keine Nymphette mehr, kein kokettes Persönchen, sondern das Gegenteil: eine Person, die Bescheid weiß. Desillusioniert und desinteressiert. Ein Opfer, traumatisiert, verschlossen.

Immerhin hat Nabokov selbst gemerkt, wie wenig fit er in dem Stoff ist. Um den Platz zu füllen, schreibt er ausufernd über die drittklassigen Hotels, in denen der Sex dieses Roadmovies sich dann abspielt. In einem Roman, in dem sogar die Konsistenz von Papierservietten genauestens beschrieben wird, gibt es keine einzige Beschreibung eines Koitus im Vollzug! Nicht einmal beim ersten Mal. Immer gibt es eine Flut von Details, und dann eine knappe Metapher für etwas, das wohl Sex war: „Die Operation“, „Séance“, „Die Morgenpflicht erfüllen“ – im Vertrauen dass der Leser, der über die Hotelzimmermöbel informiert ist, sich den Rest schon wird denken können.

Es rächt es sich, wenn ein Schriftsteller über etwas schreibt, wovon er keine eigene Anschauung hat. Fehler sind unvermeidlich.

 

 

Lolita als gesellschaftliches Phänomen

 

Und doch  ist Lolita, trotz gravierender Fehler, Weltliteratur. Es hat ein historisch neues Phänomen in die Literatur eingeführt und zum Inbegriff gemacht. Den Begriff der Lolita – Nymphette hat sich nicht durchgesetzt, war wohl zu intellektuell-abgehoben. Lolita steht für ganze Generationen von Mittelschichts-Kindern, die nicht mehr behütet sind. Nicht mehr in bürgerlichen Haushalten und Internaten dem Blick entzogen, nicht mehr ständig überwacht. Dass Kinder aus der Unterschicht missbraucht und misshandelt werden, war immer der Fall. Die tugendhaften Bürger aber, die jahrhundertelang nichts anderes im Sinn hatten, als ihre Töchter jungfräulich und im Zustand märchengläubiger Naivität unter die Haube zu bringen, waren unter dem Druck der modernen Arbeitswelt erodiert. Nicht ohne Grund ist Lolitas Mutter alleinerziehend, und die Charakterstudien von Charlotte Haze sind die stärksten Passagen des Buches. Lolitas Mutter ist alles andere als eine liebende Glucke, sie hasst ihre Tochter, sieht in ihr eine Rivalin, und treibt sie dadurch erst dazu, Humbert zu umgarnen. Dass die Mutter bei diesem „Triumph“ bereits tot ist, und Humbert dies wohlweislich verschweigt, ist ein infamer Streich. Auch das ganze Umfeld um ist treffend beobachtet: Verwandte, Lehrer, Betreuer, Ärzte und Eltern von Mitschülern sind alles, nur nicht an Lolitas Schicksal interessiert.

Und noch etwas ist richtig gesehen: manche Kinder sind hinreißend begabte Verführerinnen. Es sind nicht unbedingt die hübschesten. Es sind die, die herausfinden, dass sie durch ein bestimmtes, aufreizendes Verhalten die Beachtung bestimmter Erwachsener bekommen. Kinder sind gezwungen, die Bedürfnisse Erwachsener zu erraten. Die Beachtung der Erwachsenen ist von der ersten Lebenssekunde an überlebensnotwendig. Man sichert sie sich erst durch Schreien, dann entweder durch Ungehorsam oder durch Exzellenz: beste Schulnoten, häuslichen Fleiß, durch Unterhaltsamkeit, oder durch scheinbares Interesse für das Hobby der Eltern, z.B. Fliegenfischen. Und die Erwachsenen verstehen es immer wieder falsch und glauben, es ginge dem Kind wirklich ums Fliegenfischen oder um den Schulstoff, und sie merken nicht, dass es eigentlich um die Beachtung allein geht. Warum quälen sich Kinder durch schmerzhaften Ballettunterricht, warum machen sie stundenlang Klavierübungen, warum wollen sie die Mathe-Olympiade gewinnen? Es ist immer konditioniert durch die Beachtung der Erwachsenen. Ohne diese Konditionierung wachsen wir nicht in die Gesellschaft hinein. Der Mechanismus ist derselbe, der auch aus einem Mädchen eine Lolita macht. Das Diktum „Ich liebe dich, wenn du mir Gründe dafür gibst“ lehrt das Kind, dass es durchaus nicht bloß um seiner selbst willen geliebt werden kann. Und darin, nicht in der Pädophilie, besteht der Missbrauch.

6 Comments

  1. Pedro

    Ein interessanter Text, da er ein wenig mit dem Tabuthema Pädophilie spielt und wie jede Neigung in konstruktive Kanäle geleitet werden kann, wenn man sie nicht ungezügelt auslebt und zum Leiden bereit ist. Nur Ihre eigene Verortung in dem Universum des „pädophilen Genies“ hat mir am Ende gefehlt. Sehen Sie in sich dann eine Nymphette, die mit der Verführung von Männern nur spielen will und so ein Stückchen Kind bleiben kann? Welche Rolle hat dann der Vollzug des Geschlechtsaktes? Und sind Sie in der Lolita- oder Nymphetten-Rolle vielleicht auch auf der Suche danach, um ihrer selbst geliebt zu werden, doch lassen sich dann bezahlen, weil um ihrer selbst geliebt werden sich zu bedrohlich anfühlt und durch den professionellen Rahmen geschützt sind?

    Reply
  2. L

    Durchaus eine interessante Frage. Es sieht hier für mich so aus, als ginge es vor allem um die Unmöglichkeit der Erfüllung, denn es gibt den erstrebten Zustand eines NN nicht, er ist ein Paradox.

    Auf der anderen Seite, denn zu dem delikaten obigen Thema kann ich nicht wirklich urteilen, halte ich aber ähnliche Paradoxe für einen größeren Teil heutiger Begierden, auch wenn das Bezugsobjekt absolut volljährig ist. Stehen Leute auf Stars, konsumieren sie Pornographie, vollziehen sie geistig etwas, das aber faktisch für sie nicht erreichbar ist und vielleicht macht das auch einen Teil des Reizes aus.
    Ein Pornographiekonsument würde nicht automatisch tatsächlich mit mehreren Frauen/Männern schlafen, und vermutlich nicht einmal tatsächlich mit den Individuen. Der Reiz dabei ist wohl das imaginäre.

    Auf der anderen Seite ist mir auch unklar, was Menschen eigentlich wirklich wollen, wenn sie einen Menschen und dessen körperliche Nähe erstreben.
    Sie sehnen sich nach einem Zustand der Nähe, dessen Vergänglichkeit dem ganzen Moment inhärent ist, nach einem Gefühl das im hormonellen Chaos des Aktes nur sehr kurz weilt, denn die steigende Spannung läuft zwar permanent auf den Moment zu, aber kaum erfüllt, ermattet er und der Moment bleibt wohl kaum im Gedächtnis.

    Ganz früher hielt ich den Vollzug des Aktes (mit gleichaltrigen) für unwirklich und imaginär, ja eine Art Selbstbetrug, genau so wie den Traum davon, da ich nicht erwartete, zu bekommen, was ich eigentlich dabei suche. Praktisch erwies sich das dann auch als treffend, denn die Erfüllung war im schönsten Fall so unwirklich wie der Traum. Aber was ich eigentlich suchte verflüchtigte sich, zerrann und irgendwann war es nichts mehr, wonach ich meine Ziele ausgerichtet hätte.

    Es ist wohl viel komplexer, aber auch wiederum wirkt es paradox, ein Spiel von Spannung und Vertrauen, mehr ein Ritual als ein wirkliches Ziel. Für jemanden wie NN ist das gewünschte wohl noch unwirklicher in seiner vollzogenen Variante und noch paradoxer in der erträumten.
    Das Genie hat es eben noch klarer erkannt.

    Reply
  3. Marc Engel

    Stichwort Missbrauch.

    Das von Dir beschriebene Diktum und seine fatalen Folgen werden anschaulich von Hans–Joachim Maaz in „Der Lilith–Komplex“ beschrieben. Lesenswerte Analyse. Apropos Lilith, wäre der Versuch einer Annäherung nicht ein Thema für diesen Blog ?
    Ganz unabhängig, ob Du meine Anregung aufgreifst, freue ich mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.
    Un abrazo. M.

    Reply
  4. Pedro

    Das klingt nach einer Geschichte, in der zwei Menschen in der Begegnung und dem Akt etwas suchen, obwohl jeder auf seine Weise weiss, dass er/sie es darin nicht finden wird. Und in der Resignation oder der Ratlosigkeit, wo sie denn noch suchen könnten nach diesem ersehnten nicht vergänglichem, trösten sie sich mit einer Begegnung als finanzieller Transaktion, in der jeder von Ihnen etwas bekommt und gibt. Interessant wäre, was Sie eigentlich suchen, außer den Broterwerb.
    Mit Ihren Texten suchen Sie ja auch etwas, ich vermute die oder Ihre Wahrheit.

    Reply
  5. MS

    „Es rächt es sich, wenn ein Schriftsteller über etwas schreibt, wovon er keine eigene Anschauung hat. Fehler sind unvermeidlich.“
    Und wie ist das mit Autorinnen, die vielleicht eine eigene Anschauung haben, aber nicht aus dieser heraus schreiben, sondern aus der Anschauung der Rolle, die sie spielen?
    So wie sich Salomé Balthus gern die Allüren der Lolita aneignet, nimmt sie in diesem Text – oder eher: während des Textes – die Anschauung des ominösen NN an. Und kann sie womöglich leicht wieder ablegen. Über die Anschauungen von Kunstfiguren möchte ich hier nichts schreiben. Aber ich frage mich, ob eine Kunstfigur als Kanarienvögelchen in der Grube taugt. Denn ich sehe Folgendes: Heute starren die Kumpel entgeistert zum Käfig, weil es von dort Kuckuck ruft, und morgen kräht es aus dem Grubenschacht. Reagiert dann später noch jemand auf das plötzliche Ausbleiben der Lautäußerungen des Vögelchens?

    Reply
  6. Martin

    Wie war das mit „Neid muss man sich erarbeiten“?

    Anyway. Es ist gerade bei US-Literatur älteren Semesters sinnvoll, die oftmals unterdrückte, aber in Anspielungen stets präsente Sexualität eines Werkes herauszuarbeiten. Die homosexuellen Vergnügungen beim Netze flicken unter Deck in Moby Dick. Ganz zu Schweigen von Anne Rice, deren Vampirin Claudia mit umgekehrten Vorzeichen dem Kindskörper nicht entfliehen kann (den sexuellen Akt des Blut saugens sollte sich jeder und jede ruhig selbst erarbeiten…).

    Vielleicht kommen wir ja noch in den Genuss einer Übertragung der obigen Überlegungen der Autorin zu Nymphetten/Lolitas auf das Werk von Balthus. War er auch nur ein pädophiles Genie, der in Malerei ein Ventil suchte? Wobei – nach obiger Lesart wäre das filligrane Fingerspiel der Gitarrenstunde ja schon die Zerstörung der Nymphette…

    Ich danke soweit aber für die recht amüsante Lektüre. Godspeed.

    Reply

Submit a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.