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Rahel Kaléko, Hetäre und Künstlerin, bricht bisweilen in Poesie aus. Hier eine Probe ihres selbst erfunden Genres #Akutpoesie

 

 

Tü tü tü

Ein Episodenhorrorwalzer on the Rocks, made by Rahel qui connaît par coeur

 

Un poème…une signature

 

Ich kenne! Ich kenne absolut gar nichts! Ich kenne! Ich kenne viel viel vom Leben! Ich kenne kenne kenne meine Krankheit. Ich kenne Krankheit. Und Gesundheit aber mehr Krankheit. Ich kenne kenne kenne also bin ich ein Mensch. Ein Mensch mit einer Krankheit? Fragezeichen? Ich kenne? Ich kenne? Ich frage und kenne die Fragen, die Fragen aus mir heraus kennen und fragen und nicht kennen und nicht fragen. Aus mir heraus Stille. Aus mir heraus kennen von Krankheit. Dort war ich…Ich kenne kenne kenne das Krankenhaus. Ich kenne das Haus der Kranken und das Haus der Kranken kennt mich. Ich kenne eine Krankheit, die macht grobe Schwankungen. Schwankungen, die auch normale Menschen im normalen Leben jeden Tag haben. Nur doller. Ich kenne sowas. Und anders. Ich kenne Tod und ich kenne Leben und ich kenne nicht und niemals die Unergründlichkeiten der Gründlichkeiten meines stets vergehenden Seins. Ich kenne die Meere – mehrere – und die Muscheln und ich kenne Griechenland! Ich kenne viele Eigenschaften, die ich bin und die mir gut tun aber ich kenne auch viele Menschen, die mir nicht so Gutes wollen, zum Beispiel wollen sie, dass ich krank lieber sei. Weil das einfacher sei manchmal vielleicht? Ich kenne diese Menschen. Sie sind eher nicht nachtaktiv und sind vorsichtig und ängstlich und manche sind sogar gemein. Ich kenne meinen Mut und meinen Stolz und ich kenne mich als Frau und als Mensch und als Kind. Und ich ward doch immer noch als Kind geblieben. Und Frau und nicht Frau aber sowas ähnliches. Eine lesbische Frau? Eine Frau, die auch mal männlich ist. Sehr verrucht dabei aber mit einem edlen Schnurrbart und Zigarre oder verroht auf dem Bau. Ich kenne kenne kenne mich. Das ist die Hauptsache denke ich. Kenn ich, wenn ich das denke. Das Denken kennen. Das ist die Königinnendisziplin. Das eigene Denken kennen. Das kenn ich sogar. Ich kenne kenne kenn mich nicht mehr. Vielleicht nie mehr. Zum Beispiel wenn ich krank bin. Dann kenn ich mich nicht mehr. Das kann man nicht wollen. Das kann niemand wollen. Das hier eine sich nicht gekannt haben wird. Sich nicht verkannt aber verkantet verkannt doch verkannt kann nicht mehr kann nicht mehr. Da kann eine manchmal nicht mehr. Als Pädagogin von kleinen Kindern weiß ich, dass Kennen viel mehr als Kennen sein kann. Kennen kann eigentlich alles Können. Wenn wir das Kennen kämmen und kennen im Leben können wir Lachen und mit Schalk im Hinternacken durch die Doppeltür hintenrum uns einfach heimlich kennen und verkennen. Ein Geheimnis nun zum Schluss: Ich kenne mich und ich verkenne mich. Das ist ein Widerspruch. Ich kenne den Widerspruch! Ich liebe den Widerspruch! Ich lebe den Widerspruch! Und kenne verkenne kenne kenne kenne kenne mich immer wieder und sehr vergnügt dabei nicht mehr und weniger und weniger und verlerne mich kennen immer wieder um bei mir sein zu können.

 

 

Rahel können Sie ab März 2022 wieder „kennen können“. (Anm. d. Red.)